KULTURHISTORISCHE BEDEUTUNG

Das Archivmaterial spiegelt den Stand von 40 Jahren Wissensvermittlung in Lehre und Studium der DDR wieder.

Viele der Filme des ehemaligen IFBT wurden auf internationalen Tagungen und Kongressen mit Preisen und Diplomen ausgezeichnet. Das IFBT war kooperatives Mitglied der Nationalen Vereinigung für den wissenschaftlichen Film. Daher wurden Filme des Instituts auf Kongressen der Internationalen Vereinigung für den wissenschaftlichen Film (AICS/ISFA jetzt IAMS) vorgeführt. Einige der ausgezeichneten naturwissenschaftlichen Filme wurden vom internationalen EC Archiv (Brüssel) für seinen Bestand angefordert.

Die lange Reihe der Auszeichnungen für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Films begann 1956 auf dem X. AICS-Kongress in Wien, als die 16mm Produktion: “Ultraschallvorgänge im Schlierenbild” (Themengebiet : Physik) gewürdigt wurde. In den folgenden 35 Jahren wurden auf nationalen und internationalen Festivals mehr als 132 Diplome für Filme vergeben, für die das IFBT als Herrausgeber verantwortlich zeichnete.

Im Jahre 1990 wurden auf dem 40. AICS Kongress in Utrecht die Biologiefilme. “Nützlinge in gärtnerischen Kulturen”, “Mucor” (Pilswachstum und asexuelle Entwicklung) und ” Motivation und Mechanismen des Fortplanzungsverhaltens der Lachmöwe” ausgezeichnet.

Auf der 1.Medikinale International Hannover erhielt der Film: “Die Entwicklung des Herzens” das Diplom “Summa cum laude” mit Goldmedaille. Der Videofilm “Die Untersuchung des Kehlkopfes” wurde mit dem Ehrenpreis des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie ausgezeichnet.

Bei den Archivbeständen handelt es sich nicht nur um aktuell einsetzbares Lehrmaterial, sondern auch um einen aus historischer Sicht äußerst wertvollen Bestand. Sowohl für die Geschichte der technischen Wissenschaften, der Biologie und der Landwirtschaftswissenschaften als auch derMedizin sind diese Bestände von Interesse, dokumentieren sie doch den Stand in Wissenschaft und Ausbildung in ihrer Zeit.

Speziell für die Geschichte der Medizin sind jene Filme von Bedeutung, die Krankheitsbilder und Behandlunsmethoden dokumentieren, die heute entweder nicht mehr vorkommen oder heute völlig anders behandelt werden.

Für Historiker und Soziologen, die zur Geschichte des Hochschulwesens in der DDR, der ideologischen Beeinflussung der Studenten im Fach Marxismus/Leninismus arbeiten werden, sind die Lehrmaterialien, die das IFBT zu diesem Themen herrausgegeben hat, unverzichtbare Materialbasis.

Alle Teile des Medienarchivs ob Film-, Dia-, Folien- oder Tonbandarchiv gilt es materiell zu erhalten, technisch zu konservieren und rechnergestützt zu dokumentieren. Eine wichtige Aufgabe ist es hierbei die historisch wichtigen und interessanten Lehrmaterialien mit Hilfe von Dokumentation und digitalen Referenzkopien nutzbar bzw. zugänglich zu machen. Handelt es sich doch bei diesem Archiv um einen Teil der Wissenschafts- und Lehrgeschichte der ehemaligen DDR. Historisch betrachtet, repräsentiert das IFBT-Archiv eine Sammlung, die als einzigartiges Kulturgut im deutschsprachigen Raum anzusehen ist.