2. ANWENDUNG & HERSTELLUNG

Ein Polylux ist ein Tageslichtprojektor, der in der DDR hergestellt wurde. Ab 1969 wurde dieser Tageslichtprojektoren im Volkseigenen Betrieb VEB Phylatex-Physikgerätewerke in Frankenberg bei Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) hergestellt. Er fand vor allem in den Bildungseinrichtungen in der DDR Verwendung. So auch besonders in der Vermittlung von Fachwissen in Hochschuleinrichtungen.

Mit Hilfe von lichtdurchlässigen(transparenten) Folien, die schwarz oder farbig bedruckt wurden, und an die Wand projeziert wurden, konnten Lehrinhalte visuell vermittelt werden. Von diesen Folien ließen sich auch Kopien als begleitendes Lehrmaterial anfertigen.
Die Folien sollen die Thematik optisch unterstützen und zur Mitarbeit anregen. Schwierige Sachverhalte konnten durch besonders fein ausgearbeitete Grafiken dargestellt werden, so zum Beispiel anatomische Darstellungen in der Medizin. Durch die Ergänzung von Diaserien, Lehrfilmen oder audiovisuellen Medien wird ein ganzheitliches Lernen ermöglicht. Die Verbindung von Wort Bild und Schrift sorgt für beste Lernerlebnisse/-ergebnisse.

Foto 18 Funktionsweise Polyluxprojektor

Folien Herstellung

Die Polyluxfolien selbst, bestehen aus Kunststoff. Kunststoffe wurden in der ehemaligen DDR in Volkseigenen Betrieben “VEB Holz- und Plastverarbeitung” hergestellt. Sie sind vermutlich im Siebdruck farbig oder schwarz bedruckt. Das geschützte Markenzeichen „DEWAG Signograph“ ist am rechten Rand der Folien aufgedruckt. Im Bestand finden sich einige Exemplare die Aufschluss über die Herstellungsweise der Folien geben. Eine Packung „ORWO Fototechnischer Film FU 5 Polyester Blue sensitive extra hart arbeitendes Strich- und Rastermaterial für Kontakt“ befindet sich zwischen einzelnen Folien. Darin befinden sich belichtete Folien zur Folienreihenherstellung. Einzelne Teile wurden dann mit Klebestreifen montiert und Fehler im Abzug retuschiert. In einer Broschüre des Instituts für Bild und Ton werden einzelne Bearbeitungsschritte im Bild gezeigt. So zuerst die Erstellung der Grafiken am Zeichentisch, dann das Abziehen der Entwurfsvorlagen, die Herstellung und Bedruckung der Polyluxfolien und die Verwendung im Unterricht.

Foto 19 DEWAG Signograph
Foto 20 Packung ORWO Fototechnischer Film, b Detail, c Folien zur Folienreihenherstellung
Foto 21 Montierung mit Klebestreifen
Foto 22 Retusche des Abzugs
Foto 23 Bearbeitungsschritte aus einer Broschüre des Ifbt : a Erstellung der Grafiken,24 b fotografische Reproduktion, 25 c Bedruckung der Folien,26 d Unterrichtsszene

Aufbau

Quadratische Grundfolie die einen grauen undurchsichtigen Rand besitzt, mit Ausnahme der späteren Exemplare die im A4 Format und nur in schwarz weiß vorliegen. Die obere rechte Ecke ist abgeschnitten und alle anderen sind abgerundet. Oben links befindet sich die Nr. der Folien Reihe und davor „H-FR“ für Hochschulfolienreihe. Unten links befindet sich das Logo der ifbt und unten rechts ist das Copyright der DREWAG Signograph als Logo enthalten. Ganz allgemein unterscheidet man bei den Folien zwischen Grund und Deckfolien. Die Grundfolien bilden die Unterlage, den Hintergrund für die Projektion und die Deckfolien können dann nacheinander aufgelegt werden. Vorteil von diesem System ist es, dass ständig Ergänzungen stattfinden können, man muss nicht eine Folie nach der anderen Auflegen. Man kann auch Zwischenfolien auslassen und so die Präsentation im wissenschaftlichen Inhalt und im Umfang an das Vorwissen seines Publikums anpassen.