DIGITALISIERUNG EINER DIAREIHE

Im Rahmen des Beitrags Diafilm als Lehrmedium wurden Referenzkopien einer ausgewählten Diareihe angefertigt. Für das Erstellen einer Referenzkopie ist neben den Angaben der technischen Daten und einer inhaltlichen Beschreibung, auch die Erfassung des Zustand des zu digitalisierenden Materials erforderlich. Alle materialtechnischen Informationen und Beschreibungen zu den Diapositiven, werden in Form von Metadaten mit der digitalen Kopie verknüpft und anderweitig (in einer Datenbank oder als Dokument) festgehalten.

In den folgenden Abschnitten soll kurz auf die Anfertigung der digitalen Referenzkopie und ihrer Bedeutung, sowie auf den Zweck der Registrierung von Metadaten eingegangen werden. Im Anschluß wird die Diareihe Ackerunkräuter in der Bestandsüberwachung V zuzüglich der Begleitmaterialien vorgestellt.

Digitalisierung

Das Anfertigen von Referenzkopien ist notwendig, um Originale zu schützen und gleichzeitig ihre Nutzbarmachung zu gewähren. Durch sie sind die Informationen des jeweiligen fotografischen Originals leichter zugänglich.

Eine Referenzkopie bietet jedoch keinen adäquaten Ersatz des fotografischen Originals. Das Original ist Träger visueller Informationen (Tonwertunterschiede und Farbigkeit) und haptischer Informationen (Oberflächenstärke, Materialität und Materialvielfalt). (1) Die durch die Projektion authentische Wiedergabe eines Diapositivs geht bei einer ditgitalen Referenzkopie verloren.

Das Digitalisieren von Filmmaterialien geschieht bestensfalls mit einem Filmscanner, der die Diapositive durchleuchten kann und sehr hohe Bilddateien schafft. Ein Flachbettscanner hingegen erfasst die Daten indem er das aufgelegte Bild von unten beleuchtet. Dieser Scanner kann mit einem Durchlichtaufsatz versehen, auch für die Digitalisierung von Filmmaterialien verwendet werden.

Für eine professionelle Reproduktion von Diamaterialien auf digitalen Speichermedien, ist ein Film- oder Dia-Scanner demnach am besten geeignet. Um digitale Referenzkopien der Diapositive aus dem Medienarchiv herzustellen, genügt jedoch ein herkömmlicher Flachbett-Durchlicht-Scanner.

Aus diesem Grund wurden die Diapositive mit einem Flachbett-Durchlicht-Scanner der Firma Epson (Perfection 4490 Photo) eingelesen. Die Ausgabegröße der Scandateien betrug 1200 dpi. Für den Webauftritt genügt eine Ausgabegröße von 72 dpi, so dass die digitalen Bilder auf diese Größe herunter gerechnet werden konnten.

Liegt eine Glasrahmung der Diapositive vor, sollte diese vor dem Scanvorgang geöffnet und vorübergehend entfernt werden. Glaslos gerahmte Dias können, insofern kein Informationsverlust durch den Rahmen entsteht, während des Sannens in Diesem verbleiben.

Registrierung der Metadaten

Metadaten sind notwendig um archivierte Daten auch in Zukunft bestmöglich erschließen zu können. Ohne den Verweis auf ihre Entstehung, Herkunft und andere Informationen, kurz gesagt ihre Dokumentation, würden die digital archivierten Bildateien unbrauchbar werden.

Das Eintragen der Metadaten geschah nach Anfertigung der Digitalisate mit dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop. Zur Bearbeitung von Metadaten kann z.B. auch das Programm PhotoMe hinzugezogen werden. Mit diesem können die Metadaten der Bilddatein individuell gestaltet und festgelegt werden.

Die Metadaten der angefertigten Bilddateien gehen zum Einem aus den Diapostiven selbst, zum Anderen aus dem dazugehörigen Beiheft hervor. Sie beinhalten folgende Angaben:

Titel Diareihe, Inventar-Nr. Diareihe, Titel Einzelbild, Inventar-Nr. Einzelbild, Motivart (Grafik, Realaufnahme)

Bildmotiv, Datierung, Herkunft, Fotograf, Grafiken, Technik, Hersteller (Material), Wissenschaftlicher Autor,

Format, Rahmung, Begleitmaterial, Inventar-Nr. Begleitmaterial und Archivierungsmaterial.

Ein vergleichbares Erfassen aller Daten ist mit den genannten Bildbearbeitungsprogrammen nicht möglich. Hier können die Angaben nicht unter den spezifischen Kategorien eingetragen werden.

Informationen zum Zustand der einzelnen Diapositive, d.h zu den chemischen und biologischen Veränderungen sowie zu den mechanischen Schäden, werden seperat aufgenommen. Sie sind ebenfalls von großer Bedeutung und können auf weitere Kriterien wie geplante und/ oder durchgeführte konservatorische und restauratorische Maßnahmen oder Lagerungs- und Ausstellungbedingungen erweitert werden. Für das Eintragen solcher Informationen kann z.B. eine Datenbank bzw. ein vergleichbares Dokument genutzt werden.

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(1) Klaus Pollmeier: “Original, Kopie, Reprint, Faksimile oder Die Grenzen der Reproduzierbarkeit”, in: “Farbfehler! Gegen das Verschwinden der Farben”, Rundbrief Fotografie, Sonderheft 5, 1998, S.121