Grenz-Auflösung des SD-Fernsehens mit 625 Zeilen

Die Anzahl der Linien ist an den "Besen" beschriftet.

Abb: Fernseh-Testbild mit "Frequenzbesen". Die Anzahl der Linien ist an den "Besen" (Z) beschriftet.

Aufgrund der auf 520 (horizontal) im Fernsehen übertragbaren Bild-Punkte des analogen 5 MHz-Fernsehens (wegen der bei Fernsehen benötigten Zeilendauer von 64 ms abzüglich der für den Zeilenrücklauf benötigten Zeit) lag die Grenzauflösung für 16 mm-Filmübertragungen bei 28 Linien/mm in Längsrichtung.

Rechnung:
Zeitdauer einer Zeile 64 µs abzüglich 12 µs für Zeilenrücksprung = 52 µs verbleibend für Schreib- oder Abtastdauer.

Abtastfrequenz 5 MHz = 0,2 µs.

52 µs / 0,2 µs = 260 Linien. Diese lassen sich in 520 Spalten auflösen (längs einer Zeile)

260 Linien / Filmbildbreite 16mm Filmbild (Abtastrasterbreite) 9,3 mm = 27,95.)

Vertikal liegt das Limit etwas höher. Zwar werden von den 625 Zeilen noch einige benötigt für Synchronisier-Impulse, aber es bleiben etwa 580 Zeilen, d. h. 290 Schwarzweiß-Linien.

290 / 7,16 mm (Höhe des Abtastrasters für 16 mm) = 40,5 Linien (Punkte)/mm vertikal.[1]

Der Übertragungskennlinie des analogen SD-Fernsehens war also vor allem durch die begrenzte Spaltenzahl diese Grenze von etwa 28 Linien/mm gesetzt, während das Filmmaterial bereits in den 1950er Jahren mehr Linien zeichnen konnte – wenn auch bei sinkender Kontrastübertragung.

Die Zeilenzahl der Fernsehnormen war seit der Einführung des Fernsehens in fast allen Ländern unterschiedlich und wurde mehrmals geändert und durch die CCIR (Comité Consultatif International de Radiocommunication) angepasst. Um Sendungen ausländischer Fernsehanstalten übertragen zu können, waren deshalb Normenwandler erforderlich. Das waren Geräte, die beinahe die Größe eines Kleiderschranks hatten.

Mit CCIR-Norm (625 Zeilen bei 50 Hz) sendeten (1961) die BRD, Belgien, Dänemark, Niederlande, Italien, Schweden, Schweiz. Großbritannien sendete 405 Zeilen, die USA (60 Hz) 525 Zeilen und Frankreich 819 Zeilen.

Die ersten Fernsehübertragungen in Deutschland zeichneten ein Bild von 30 Zeilen, mit einem von Milhâly gebauten Fernseher.

1934 war die deutsche Norm 180 Zeilen. 1937 wurde auf 441 Zeilen umgestellt.[2]

Auch das Bildseitenverhältnis betrug nicht immer 1,33:1.

Das Bild der deutschen Norm von 1937 hatte ein Seitenverhältnis von 1,23:1 und zeichnete also (441 x 441 x 1,23=) 240 000 Bildpunkte.[3]


[1] Vgl.: GONDESEN, K.-E.: Technische Anforderungen an den Fernsehfilm. In: Kinotechnik Nr. 11/1964, S. 269-275

[2] o. A. : Entwicklung der Fernsehnormen. In: Filmtechnikum Heft 9/1961, S. 270

[3] KÜFFER, Hans: Fernsehtechnik. Technische Unterrichtsbriefe, Verlag Bonness & Hachfeld, Potsdam 1943, S. 7-9