SD oder HD?

Die Wahl der Auflösung für die Abtastung

Wie bereits erwähnt, benötigt eine in 2k durchgeführte Abtastung eines 16mm Farbpositivfilms viel Speicherplatz. Um den Speicherbedarf aller Filmtitel des Medienarchivs (geschätzte 10.000 Minuten) bei den Auflösungsmöglichkeiten 2k, HD, SD und DV vergleichen zu können, bietet diese Tabelle eine Hilfestellung:

Beachte: Die Spalten 1-4 berücksichtigen nur Video-Daten. Die rechte Spalte (DV AVI Typ 1) enthält auch die Audio-Daten.

2k bei 12 Bit, 4:4:4

HD bei 10 Bit 4:2:2

SD bei 10 Bit 4:2:2

DV bei 8 Bit, 4:2:0,

5: 1-Komprimierung

DV-AVI-Typ 1

(einschl. Ton)

136 TB

78 TB

15,6 TB

1,87 TB

2,1TB

Hinweis zur Berechnung

2k: 2048 x 1024 Pixel x 12 x 3 = 75,5 Mbit/Bild
x 24 : 8 = 226,5 MByte/sec
x 60 sec = 13,6 GB/min
x 10000 min = 136 TB

SD: 720 x 576 x 10 x 2 = 8,29 Mbit/Bild
x 25 : 8 = 26 MByte/sec
x 60 sec =1,56 GB/min
x 10 000 min = 15,6 TB

DV (8 Bit, 4:2:0, 5:1- komprimiert): 720 x 576 x 12 = ca. 5 Mbit/Bild
x 25 : 8 = 15,625 MB/sec : 5 (Kompression) = 3,125 MB/sec
x 60 sec = 187,5 MB/min
x 10 000 min = 1,875 TB

DV AVI Typ1 enthält auch die Audiodaten (siehe  Datenreduktionsstandards für SD)
Die Datenrate beträgt etwa 3,5 MB/s (einschließlich Audio)
3,5 MB x 60 s = 210 MB/min
x 10.000 min = 2,1 TB

Hinweis zu HD: Der High Definition-Standard ist für das Bildseitenverhältnis 16:9 gedacht (siehe HD unter Standards für digitalen Film). Wird ein im Format 4:3 gedrehter Film auf einem HD-Bildschirm im korrekten Bildseitenverhältnis gezeigt, entstehen an den beiden Rändern schwarze Balken. Dies träfe mit großer Wahrscheinlichkeit auf alle im Medienarchiv aufbewahrten Filmkopien zu. Die 1920 horizontalen Pixel, die bei einer HD-Abtastung entstehen würden, würden zu 25% aus den erwähnten schwarzen Balken bestehen, da nur 1440 horizontale Pixel für das 4:3 Format benötigt werden (1920 Px – 1440 Px = 480 Px = 25% von 1920 Px). Die vertikale Pixelanzahl wird zwar verdoppelt, was eine verbesserte Bildqualität zur Folge hat, allerdings sind wie bereits erwähnt 25% Bildfläche und damit auch Speicherplatz verschenkt. Um diesen unnötigen Speicherbedarf zu eliminieren, müsste das Bild nach einer HD-Abtastung bearbeitet werden, das heißt die schwarzen Balken müssten aus dem Bild entfernt werden.

Nach der Entscheidung für SD beziehungsweise HD müssen die Datenreduktionsstandards und Formate festgelegt werden

Das oben angeführte Rechenbeispiel zeigt, welch große Datenmenge bei der 2k-Abtastung eines Films entsteht. Für die Anfertigung einer digitalen Referenzkopie scheint dieser Speicheraufwand nicht gerechtfertigt. Überlegungen eine HD-Abtastung durchzuführen, um automatisch eine bessere Bildqualität der Referenzkopie zu erreichen, scheinen auf den ersten Blick sinnvoll. Bei näherer Betrachtung ist dies aber nicht immer der Fall. So muss bei einer Nachbearbeitung einer HD-Aufnahme oft umkodiert werden, zum Beispiel wenn eine DVD oder ein Web-Video erstellt werden soll oder wenn das Bearbeitungssystem keine HD-Dateien mit der gewählten Zeilenzahl verarbeiten kann. Deshalb macht es Sinn, bei der Herstellung einer Referenzkopie von Anfang an in einem robusten SD-Verfahren abzutasten. [1]


[1] GEBHARD, Christine: Die Büchse der Pandora – Eine Frage des Formats, München, 2009, S. 3-4 (www.film-tv-video.de, Juni 2009)