Standards für digitalen Film

Für digitalen Film gibt es Standards, welche die Bildauflösung vorgeben. Es gibt verschiedene Auflösungen, so zum Beispiel SD, HD, 2k, 4k oder DCI..[1]

Je nach Verwendungszweck wird man sich entweder für eine hohe oder eine niedere Auflösung entscheiden.

SD steht für Standard Definition mit 720 Bildpunkten x 576 Zeilen bei einer Bildwechselfrequenz von 25 Hz und 25 Bildern pro Sekunde (PAL) beziehungsweise 720 Bildpunkten x 480 Zeilen bei einer Bildwechselfrequenz von 60 Hz und 30 Bildern pro Sekunde (NTSC). Beide Systeme haben ein Bildseitenverhältnis von 4:3.[2] (Siehe dazu auch Punkt Was muss bei der Erstellung…Bildseiten-und Pixelseitenverhältnisse). SD wird in den heute noch teilweise gängigen TV Formaten wie PAL (Fernsehstandard in großen Teilen Europas), NTSC (USA) oder SECAM (Frankreich und osteuropäische sowie viele afrikanische Länder) verwendet, wird jedoch schrittweise durch HD abgelöst. Für die SD-Videotechnik wurde das Zeilensprungverfahren (eng.: interlaced mode) eingeführt, wobei das Bild in zwei Halbbilder aufgeteilt wird, die dann miteinander zeilenweise verzahnt werden. „Das erste Halbbild enthält die ungeraden und das zweite Halbbild die geraden Zeilen.“[3]

HD steht für High Definition. Es gibt zwei international gültige HD-Normen: 1280 Bildpunkte x720 Zeilen bei unterschiedlichen Bildwechselfrequenzen bei progressiver Abtastung (Vollbilder) beziehungsweise 1920 Bildpunkte (Pixel) x1080 Zeilen ebenfalls bei unterschiedlichen Bildwechselfrequenzen, wobei es hier aber sowohl Vollbilder als auch Halbbilder im interlaced mode gibt.[4]. HD wurde in den 1990er Jahren eingeführt. Es handelt sich hierbei um ein System, welches die Ton- und Bildqualität gegenüber SD bedeutend verbessert. Dafür wird unter anderem die Zeilenzahl verdoppelt und das Bildseitenverhältnis auf 16:9 verändert.

2k bedeutet: ungefähr 2000 Bildpunkte (Pixel) horizontal x ungefähr 1500 vertikal für ein Bild im 4:3-Seitenverhältnis. 2k hat somit eine leicht verbesserte Auflösung als das 1920×1080 HD-Format (16:9-Seitenverhältnis).

4k bedeutet: ungefähr 4000 Bildpunkte (Pixel) horizontal x ungefähr 3000 vertikal für ein Bild im 4:3- Seitenverhältnis. Je nach Bildformat und Pixelseitenverhältnis weichen die Zahlen voneinander ab. 4000 x 3000 sind bereits 12 Millionen pro Bild und ein Film von 10 Minuten Länge hat 14 400 Einzelbilder. 4k erfordert somit enorm viel Speicherkapazität. Ein 16 mm-Filmbild trägt dagegen nicht so viel Information, sprich hat eine geringere Auflösung, so dass 4k hier nicht erforderlich wäre.

DCI steht für Digital Cinema Initiative. DCI ist ein von sieben großen US-amerikanischen Filmproduktionsgesellschaften (20th Century Fox, Metro Goldwyn Mayer, Paramount, Universal, Sony Pictures, Buena Vista und Warner Bros.) gegründetes Konsortium, welches an der Entwicklung und Einführung von allgemein anerkannten Standards für das digitale Kino arbeitet.[5] Für DCI gelten folgende Normen:

Video: 2k: 2048×1080 bei 24 oder 48 Hz und 4k: 4096×2160 bei 24 Hz

Für 2k und 4k gelten 3×12 bit Farbtiefe im XYZ-Farbraum.

ISO 15444 legt eine Datenrate von 250 Mbit/s fest.

Audio: Bis zu 16 Kanäle; 24 bit linear PCM, 48 oder 96 kHz Abtastrate, unkomprimiert

Bild und Ton ergeben zusammen 113 bis 129 GB/h (112,5 GB/h für Bild, 0,52 bis 16,59 GB/h für Ton)


[1] HAHN, Philipp: Mit High Definition ins digitale Kino, Marburg, 2005, S. 107

[2] FÖßEL, Siegfried: Bilderstrom – Datenstrom: Aufzeichnungsverfahren für eine digitale Filmkamera. In: Peter C. Slansky (Hg): Digitaler Film – digitales Kino. UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz, 2004, S. 144

[3] SCHMIDT, Ulrich: Digitale Film- und Videotechnik, 2. und überarbeitet Auflage, Hamburg, 2008, S. 100

[4] HAHN, Philipp: Mit High Definition ins digitale Kino, Marburg, 2005, S. 10

[5] HAHN, Philipp: Mit High Definition ins digitale Kino, Marburg, 2005, S. 108