DCI UND LANGZEITARCHIVIERUNG

Unterschiede einer digitalen Referenzkopie zu digitaler Filmarchivierung und digitaler Kinokopie

Wie bereits angedeutet, kann aus einer digitalen Referenzkopie keine qualitativ ansprechende digitale Kinokopie (z. B. nach DCI-Norm – näheres hier) oder eine Kopie für die digitale Langzeitarchivierung erstellt werden. Aber das ist auch nicht das Ziel. Da eine digitale Referenzkopie zur möglichst schnellen und problemlosen Sichtung dienen soll, können qualitative Verschlechterungen in der Bildqualität akzeptiert werden. Jedoch sollten auch hier Mindestanforderungen festgelegt werden, die neben einem Mindestmaß an „Sehgenuss“ auch die für die Forschung und Wissenschaft nötigen Arbeitsweisen ermöglichen. Dazu gehört vor allem die Möglichkeit Standbilder in guter Qualität ansehen zu können oder aber auch Minimieren von Pixeleffekten (Blockbildung) oder Artefakten (Umrisse), welche den Gesamteindruck stören und somit die Forschungsergebnisse beeinflussen könnten.

Für eine digitale Langzeitarchivierung sind in puncto Auflösung weitaus höhere Maßstäbe anzusetzen. Bei der Erstellung einer digitalen Kopie für die Langzeitarchivierung dürfen so wenig Bild- und Tonverluste wie möglich auftreten, da idealerweise eine dem Ausgangsmaterial identische Kopie entstehen soll. Dies ist aber genau genommen bereits durch die Umwandlung von analog in digital nicht möglich. Die Körnung der Silberhalogenide bei Schwarzweißfilmen bzw. die Farbwölkchen von Farbfilmen werden bei der Digitalisierung in quadratische oder rechteckige Pixel umgewandelt. Auch wenn die Pixel noch so klein sind, können sie nie die exakte Form der analogen Bildpunkte abbilden. Dies bedeutet, dass das digitale Bild nie eine identische Entsprechung des analogen Bildes sein kann. Die Digitalisierung wirft allein schon aus diesem Grund allerhand ethische Fragen auf. Ähnliches gilt für eine digitale Kinokopie, allerdings spielen hier andere Erwägungen eine Rolle. Durch die Vergrößerung des Bildes während der Projektion würden auch die Pixel vergrößert werden. Deshalb müssen die Pixel so klein wie möglich und die Komprimierungsverfahren so wenig bildverändernd wie möglich sein (Blockbildung der Pixel), um einen ungestörten Kinogenuss gewährleisten zu können. Die Auflösung einer digitalen Referenzkopie wäre für die Projektion auf eine Bildwand (früher Leinwand) deshalb nicht geeignet.