EXKURS IN DIE GESCHICHTE

Film wurde schon sehr früh als geeignetes Lehrmittel erkannt und genutzt. Moderne Schulen hatten gegen Ende der 1920er Jahre teilweise einen extra für Filmvorführungen eingerichteten Filmvorführungsraum, die Industrie bot außerdem transportable „Schulprojektoren“ an. Die Entwicklung und Verbreitung von Schmalfilmtechnik (anfangs für Heimkino beziehungsweise für Amateure gedacht) erleichterte auch Schulen und anderen Institutionen den Einsatz von Film als Unterrichts- oder Präsentationshilfe.

Über Jahrzehnte war Film ein wichtiges und beliebtes Medium für Vorträge nicht nur in Schulen und Hochschulen, sondern auch in Ausstellungen oder auf Handelsmessen, und natürlich auch im privaten Bereich.

Für die Projektion von Abbildungen im Schulunterricht wurden außerdem Episkop und Epidiaskop oder Diaprojektor, sowie Magnettonbandgeräte genutzt. Eventuell brauchte man also für einen Vortrag oder in einem Raum verschiedene Geräte von zum Teil beträchtlicher Größe und Gewicht, und jedes mit seinem speziellen Wartungsbedarf.

Nachteile von (Laufbild-)Film für Institutionen wie Schule oder Museum:

  • Vorbereitungs- und Pflegeaufwand (bedeutet auch Kostenfaktor)
  • Abnutzung der Filmkopien (ebenfalls Kosten) oder auch
  • inhaltliche „Veraltung“ der Filme
  • Störung des Vortrags durch das Laufgeräusch des Projektors, sofern dieser direkt im Raum steht
  • eventuell umständlicher Zugriff auf das Material (Transport) und schwerere Zugriffsmöglichkeit auf eine bestimmte Stelle im Film ( man spielte den ganzen Film ab, obwohl man vielleicht nur ein Detail unbedingt zeigen wollte. Wiederholungen einer bestimmten Stelle sind  schwierig und erhöhen die Gefahr einer Beschädigung der Kopie.
  • Manchmal verzichteten Lehrer auch lieber auf den Einsatz eines Schmalfilms, weil sie sich die Bedienung beziehungsweise die Behebung eventuell auftretender technischer Probleme nicht zutrauten. Oft standen die Projektoren dann ungenutzt in Lagern und gerieten in Vergessenheit.

Die Filme wurden daraufhin zunächst von Fernsehgeräten und Videobändern, und später zunehmend von digitalen Datenträgern ersetzt. Heute können Filme oder Filmausschnitte per PC im Rahmen eines über Beamer präsentierten Vortrages gezeigt werden.

Eidophor-Großbildprojektor, ENZ, S. 450

Abb.1: Eidophor-Großbildprojektor für Fernsehübertragungen (schwarz/weiß)

Beamer gibt es im Prinzip schon lange. Nur waren sie anfangs zu groß und vor allem zu teuer für ein normales Schulklassenzimmer. In den 1950 Jahren entwickelte man Großbildprojektoren, um Fernsehsendungen „live“ in die Kinos übertragen zu können. Die entwickelten Fernseh-Großbildprojektoren bedienten sich verschiedener Technologien.

Der hier (Abb. 1) abgebildete „Eidophor“-Projektor ist ein bereits verkleinertes Modell der ursprünglichen Entwicklung (1939) des Schweizer Ingenieurs Fritz Fischer.

Der Mechau-Projektor

Abb. 1: Mechau-Projektor, Modell 4

Der Mechau-Projektor, benannt nach seinem Konstrukteur, konnte auf Schrittschaltwerk und Umlaufblende verzichten, da er durch ein ausgetüfteltes System von beweglichen Spiegeln für den optischen Ausgleich des Filmtransports sorgte. Das Bildfenster maß zwei Filmbildhöhen. Durch kontinuierlichen Filmlauf war er sehr filmschonend.

Der erste Mechau-Projektor wurde 1912 gebaut. Verbesserte Modelle gingen 1922 und 1926 in Serie. 1929 übernahm die AEG die Fabrikation bis sie 1934 eingestellt wurde. Nach 1945 wurden noch vorhandene Projektoren von Kinos durch Fernsehanstalten übernommen, weil sie sich für die Filmabtastung nach dem flying spot – Verfahren eigneten.[1]

Auch das britische Fernsehen besorgte sich einen Mechau-Projektor und baute ihn als Kamera um. [2]

Der ‘Mechau’ wurde außerdem gerne für Rückprojektionen im Filmstudio verwendet.

[1] TÜMMEL, Herbert: Deutsche Laufbildprojektoren. Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin 1986, S. 111

[2] ABRAMSON, A.: A short History of Television Recording. In: SMPTE-Journal, Vol. 64, February 1955, S. 74

MWA-Geschichte

Die Berliner Firma MWA (ehemals Mechanische Werkstätten Albrecht) existierte bereits seit den 1920er Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg spezialisierte sie sich zunächst auf die Entwicklung und Produktion von Magnetbandspielern (Beispiel Abb. 2), speziell für den Filmbereich, wo Magnetton für die Produktion (Tonmischungen) eine immer größere Rolle spielte.

Die Geräte erwiesen sich als mechanisch robust und zuverlässig im Gleichlauf. Ihre Mechanik wird noch heute von der Firma MWA-Nova GmbH verwendet. Auch Bildabtaster (Beispiel Abb. 1) für das analoge Fernsehen gehörten zur Produktpalette der alten Firma MWA.

Abb. 1: BA 21-16. Er arbeitete mit einem 12flächigem Polygon.

Abb. 2: MWA-Magnetbandspieler